Hi ich bin Rea

Eigentlich habe ich fast immer irgendeinen Stift dabei. Falls nicht, fühlt es sich ungefähr so an, als hätte ich mein Handy vergessen.

Ich studiere seit 2026 Illustration an der HAW Hamburg und bin ständig auf der Suche nach Motiven. Das Schöne ist: Die laufen einem meistens einfach über den Weg. Menschen im Café, eine interessante Häuserfassade, eine Pflanze am Wegesrand oder die Person, die mir gerade im Zug gegenübersitzt – eigentlich kann alles zur nächsten Skizze werden.

Mein Skizzenbuch ist deshalb so etwas wie mein zweites Gedächtnis. Unter meinem Bett stapeln sich mittlerweile duzende davon. Wegwerfen? Auf gar keinen Fall. Auch wenn zwischen guten Ideen manchmal ziemlich schräge Zeichnungen versteckt sind.

Am liebsten arbeite ich mit Bleistift, Fineliner, Aquarell und Acryl. Ich probiere gerne neue Techniken aus und freue mich jedes Mal, wenn etwas funktioniert … oder eben ganz anders aussieht als geplant. Beides gehört irgendwie dazu.

Wenn ich gerade nicht zeichne, sitze ich wahrscheinlich auf dem Fahrrad. Oft fahre ich einfach los, ohne genau zu wissen, wo ich lande. Im Hochsommer kann das auch schon morgens um fünf passieren – dann gehört die Welt gefühlt noch einem selbst. Manchmal habe ich statt des Skizzenbuchs meine analoge Kleinbildkamera dabei. Beides hilft mir, Momente einzufangen, nur eben auf unterschiedliche Art.

Ich mag Museen, Ausstellungen und alles, was Geschichten erzählt. Dazu gehören genauso Comics und Marvel-Filme wie Die drei ???, Edgar Wallace oder das Känguru von Marc-Uwe Kling. Und falls man mich mit richtig gutem asiatischen Essen locken möchte: Die Chancen stehen ziemlich gut.

Mich interessieren Menschen und die Geschichten, die sie mitbringen. Vielleicht zeichne ich deshalb so gerne direkt vor Ort. Wenn sich hinter mir im Museum eine Schlange bildet, merke ich das meistens erst, wenn ich meinen Stift absetze. Dann war ich wohl mal wieder ein bisschen zu vertieft.

Nach dem Abitur habe ich ziemlich spontan beschlossen, mich für ein Illustrationsstudium zu bewerben. Also hieß es: lernen, ausprobieren, Zeichen- und Mappenkurse besuchen und in erstaunlich kurzer Zeit sehr viele Skizzen anfertigen. Rückblickend war das wahrscheinlich eine der besten spontanen Entscheidungen, die ich getroffen habe.

Ich glaube, Zeichnen ist für mich vor allem eine Art, genauer hinzusehen. Die Welt steckt voller kleiner Details, die man im Vorbeigehen leicht übersieht. Genau diese Momente interessieren mich.

Wenn meine Illustrationen andere dazu bringen, kurz stehen zu bleiben, genauer hinzuschauen oder sich einfach inspirieren zu lassen, dann haben sie genau das erreicht, was sie sollen.